Der 1. Geburtstag

August 20, 2015

Das mit dem ersten Geburtstag ist so eine Sache. Natürlich wissen wir Eltern, dass unser Baby noch nicht verstehen kann, was es mit diesem Tag auf sich hat. Aber ihn deshalb einfach unter den Tisch fallen zu lassen? Undenkbar!  
Wir wollen in leuchtende Kinderaugen sehen, wenn der Nachwuchs seine Geschenke auspackt, und herzhaftes Kinderlachen hören, wenn das Baby die erste Kerze auspustet. Aber vor allem  wollen wir, dass dieser Tag für unseren Liebling und auch für uns unvergesslich wird.

Schon Wochen vor dem großen Tag überlegten wir uns deshalb einen Plan, wie wir das erste Wiegenfest mit unserer Sophie verbringen wollten; morgens nach einem üppigen Geburtstagsfrühstück, einem Ständchen von Mama und Papa sollte es mit ihr in den Zoo gehen; nachmittags sollte es Kaffee und Kuchen mit Oma, Opa, Tante und Onkel geben. Es hätte alles perfekt werden können.

Doch Klein-Sophie verfolgte ihren ganz eigenen Plan. Gute Laune am Geburtstagsmorgen? Fehlanzeige. Unser Sonnenschein war knatschig, die Nase lief und das goldene Krönchen mit der 1, das wir ihr zur Feier des Tages aufsetzen wollten, löste den ersten Schreianfall des Tages aus. Na, das fing ja gut an.

Wir entschlossen uns, ihr schnell ein Happy-Birthday-Ständchen zu bringen. Konnte das Sophie wieder versöhnen? Wir legten uns ganz besonders ins Zeug, klatschten in die Hände, tanzten herrlich komisch vor ihr herum und knutschten Sophie wild auf die süßen, vom Schreien noch roten Wangen. Und tatsächlich: Sophie verzog das Gesicht zu einem ersten schiefen Lächeln. Ein Glück, wir waren auf dem richtigen Weg.

Jetzt aber her mit den Geschenken, bevor die Stimmung wieder kippte. Die hatten wir in Teamarbeit am Abend vorher eingepackt. In Geschenkpapier mit Eulen (die liebt die Mama so) und mit Autos (da hat sich dann der Papa durchgesetzt) drauf.

Doch auch hier die Ernüchterung: Sophie war nicht nur das Geschenkpapier total schnuppe, die Geschenke waren es auch. Mit Karacho pfefferte sie das erste (mit dem Eulenpapier) auf den Boden. Wir waren verdutzt, so verdutzt, dass wir spontan lachen mussten. Und endlich lachte auch Sophie und wirbelte ihre kleinen Fäuste begeistert durch die Luft. „Her mit dem nächsten Geschenk“, schien sie zu fordern. Also bekam sie das nächste Geschenk, das sie mit eben solcher Präzision vom Tisch fegte, als hätte sie in ihrem Leben zuvor nichts anderes gemacht. So ging das, bis alle Geschenke auf dem Boden lagen. Nun gut, dann packten Mama und Papa die Geschenke eben ohne Sophies Hilfe aus, was uns übrigens sogar ein klein bisschen Spaß machte. Zum Vorschein kamen: eine Packung Duplosteine, ein Kuscheltier, ein Bilderbuch und eine Holzente zum Hinterherziehen.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Der Zoobesuch war ein voller Erfolg, nach einem ausgiebigen Mittagsschläfchen spielte Sophie am Nachmittag friedlich mit ihren neuen Spielzeugen, während die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen zusammen saßen.

Fazit des ersten Geburtstags: Er war zumindest für uns Eltern unvergesslich!

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